Stadtwerke Offenbach unterstützen Waldzoo mit 2.000€ jährlich

Die Stadtwerke Offenbach bauen ihr Sponsoring weiter aus: Sie unterstützen ab September 2021 den Waldzoo am Nassen Dreieck für drei Jahre mit jährlich 2.000 Euro. Als Patentiere haben sich die Verantwortlichen die niedlichen Kängurus ausgesucht.

Gerade zu Pandemiezeiten ist der Waldzoo ein wichtiges Ausflugsziel für Familien in Offenbach“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Walther. „Viele Tiere lassen sich streicheln oder sogar füttern und bieten damit vor allem dem Nachwuchs hautnahe Erlebnisse mit der Natur.“ Durch die Corona-Pandemie musste die Einrichtung erhebliche finanzielle Einbußen hinnehmen, was bis heute nachwirkt – und die Lage im kommenden Herbst und Winter bleibt ungewiss. „Daher helfen wir dem Waldzoo gerne dabei, seine laufenden Kosten zu decken.“ 2021 bezahlen die Stadtwerke das gesamte Futter für ihre Patentiere, die Kängurus: Sie bekommen eine Spezialnahrung mit wertvollen Mineralien.

Seit 1996 gibt es Kängurus im Offenbacher Waldzoo

Die Beuteltiere begrüßen die Besucher*innen des Waldzoos gleich neben dem Eingang. Das Männchen namens Blumenkohl hat ganze Arbeit geleistet: Alle drei Weibchen – Brokkoli, Bubbles und Toppsi – bekamen Babys in diesem Frühjahr. Zwei sitzen noch gemütlich in ihren Beuteln und wagen erste Hüpfer ins Freie. „Das älteste Jungtier wurde von seiner Mama kürzlich vor die Tür gesetzt“, sagt Waldzoo-Leiterin Susanne Meyer und schmunzelt. Die ersten Kängurus kamen 1996 von einem Züchter in den Offenbacher Waldzoo: Er hatte die Beuteltiere an Restaurants verkauft und seinen Betrieb geschlossen.

Waldzoo ist Mischung aus Zoo, Auffangstation und Gnadenhof

Insgesamt dient der Waldzoo als Anlaufstelle für gefundene und verstoßene, schlecht gehaltene und kranke Tiere. „Wir sind eine seltene Mischung aus Zoo, Auffangstation und Gnadenhof“, meint Susanne Meyer. Bei ihr landen verletzte Eichhörnchen und verwaiste Waschbären-Junge, verstoßene Kaninchen und verstörte Marder. Sie finden hier ebenso ein neues Zuhause wie viele Haus- und Nutztiere: Esel und Shetlandponys, Ziegen und Schafe, Schweine mit und ohne Hängebauch, Papageien und Kakadus, Enten und Gänse, Schildkröten und putzige Waschbären. Gemeinsam sorgen sie für eine beeindruckende Geräuschkulisse: Es kräht und mäht, wiehert und iaht, zwitschert und schnattert. 

Eigentlich sollte die bunte Truppe am Stadtrand in diesem Jahr mehr Platz erhalten: Geplant sind unter anderem neue Gehege für die Kaninchen und Hühner, auch eine Erweiterung des gesamten Geländes steht im Raum. „Durch Corona sind wir aber jetzt erstmal damit beschäftigt, die laufenden Kosten für Personal, Strom, Futter und so weiter in den Griff zu bekommen“, sagt Susanne Meyer. Hinzu kommt die Tierärztin, die etwa einmal pro Woche vorbeischaut: Diesmal hat sie einen Baummarder kastriert und die Waschbären gegen Tollwut geimpft. Jetzt in der Ferienzeit gilt es viele Neuankömmlinge zu versorgen – denn wenn die Menschen in Urlaub fahren, werden leider immer wieder Tiere ausgesetzt. Die Sommerferien 2021 begannen mit einem spektakulären Fund: „Am ersten schulfreien Tag fanden wir ein Königspython auf dem Parkplatz Nasses Dreieck; das war wohl kein Zufall“, meint die Zooleiterin. Zum Glück konnte ihr Team die Würgeschlange einfangen, bevor sie in den Wald entwich.

Wildtierhilfe auf dem Waldzoo-Gelände

Andere Funde sind ein Fall für die Offenbacher Wildtierhilfe auf dem gleichen Gelände: Deren Leiterin Tanja Schäfer versorgt vor allem verletzte Vögel und Igel, aber auch Eichhörnchen und Siebenschläfer, Gänse und Enten. „Wir päppeln pro Jahr rund 2.000 Tiere auf und wildern sie nach Möglichkeit wieder aus“, erklärt Schäfer. Sie bittet darum, aufgenommene Fundtiere schnell bei ihr abzugeben: „Wenn sie zu lange mit Menschen zusammen sind, kommt es zu Fehlprägungen, und das erschwert den Weg in die Freiheit enorm.

Die Kängurus sind natürlich kein Fall für die Auswilderung – aber ihre Jungtiere ziehen 2022 um. „Wir sind mit allen Zoos und Tierparks in Deutschland vernetzt, um einen genetischen Austausch bei dieser Art zu gewährleisten“, erklärt Meyer. Die Beutler sind „winterhart“ und halten leichte Minusgrade locker aus, mit etwaiger Sommerhitze kommen sie ebenfalls klar. Dank ihrer freundlichen Art können die Rotnacken-Wallabys, wie die Spezies auch genannt wird, ebenso wie viele andere Zoobewohner gefüttert werden: Tüten mit Mais und Heupellets sind im Waldzoo erhältlich. „So können unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren Familien den Patentieren hautnah begegnen“, freut sich Stadtwerke-Geschäftsführer Walther.

Quelle: Stadt Offenbach
Titelbild: © SOH / georg-foto, offenbach