Offenbacher Woche 2022 abgesagt – das sind die Hintergründe – und so geht es 2023 weiter

Wie op-online.de (Link) heute berichtete, wurde die Offenbacher Woche, ein traditionsreiches und beliebtes Stadtfest, für dieses Jahr abgesagt. Stattfinden sollte diese nach zweijähriger pandemiebedingter Pause vom 27. Mai bis 30. Mai 2022. Laut op-online-Artikel liegt die Absage am Versäumnis der Stadt Offenbach bzw. dem Ordnungsamt die den verkaufsoffenen Sonntag angeblich nicht rechtzeitig angemeldet habe.

In einem Gespräch mit „Das ist Offenbach“ legt Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke Fakten vor und erläutert, wie es tatsächlich zur Absage der diesjährigen Offenbacher Woche kam.

Ein verkaufsoffener Sonntag muss rechtlich mittlerweile 3 Monate vorher beweisen, dass die Menschen NICHT wegen des verkaufsoffenen Sonntags kommen, sondern wegen des Festprogramms. Mit dem gesunden Menschenverstand ist sowas kaum zu verstehen, die juristische Absicht ist, verkaufsoffene Sonntage schwer zu machen. Wegen Corona konnte das Sonntagsprogramm der Offenbacher Woche 2022 vom Veranstalter ProOF nicht schon drei Monate vorher durchorganisiert werden. Das ist schade, das hat aber mein volles Verständnis! Einen späteren Zeitpunkt im Jahr konnte leider DJ Ötzi nicht möglich machen. Umso erfreulicher ist, dass ProOF sich deshalb gleich um 2023 gekümmert hat: Die Jubiläumsausgabe der 25. Offenbach Woche 2023 wird vom 01. bis 04. Juni 2023 stattfinden. Am 03. Juni 2023 wird DJ Ötzi spielen. Von Ver.di habe ich dankenswerterweise in den vergangenen Tagen in einem persönlichen Gespräch nochmals die Zusage erhalten, dass sie einen verkaufsoffenen Sonntag für unsere Traditionsveranstaltung nicht angreifen werden, wenn alle Anträge rechtzeitig gestellt werden. Das hatten Sie schon 2016 mal mit mir vereinbart. ProOF hat heute angekündigt, zeitnah für 2023 auf das Ordnungsamt zuzugehen.“ so der Oberbürgermeister.

Die Stadt Offenbach führt zur Absage der Offenbacher Woche 2022 weiter aus:

Die eigentlich für Ende Mai geplante 25. Offenbacher Woche, die bereits in den beiden Vorjahren nicht stattfinden konnte, wurde vom Gewerbeverein Treffpunkt Offenbach in Abstimmung mit der Stadt abgesagt. Hintergrund ist, dass ein verkaufsoffener Sonntag für den geplanten Termin Ende Mai nicht möglich ist, da die gesetzliche Frist zur Beantragung eines verkaufsoffenen Sonntags nicht eingehalten werden konnte.

Gemäß dem im Dezember 2019 – kurz vor Beginn der Pandemie und damit kaum von der Öffentlichkeit wahrgenommenen – geänderten Hessischen Ladenöffnungsgesetz muss ein verkaufsoffener Sonntag mindestens drei Monate vor der Durchführung beantragt werden. Für die Offenbacher Woche wäre die letzte mögliche Frist Ende Februar gewesen. „Zu diesem Zeitpunkt wurde kein verkaufsoffener Sonntag beantragt, weil sich die Pandemie noch auf einem Höhepunkt befand und Großveranstaltungen verboten waren“, erläutert OB Schwenke. „Planungen für eine Offenbacher Woche waren zu diesem Zeitpunkt kaum möglich: Völlig unklar war, ob und unter welchen Einschränkungen sie überhaupt stattfinden kann. Hinzu kamen die enormen Kostenrisiken, die der Treffpunkt Offenbach nicht auf die leichte Schulter nehmen konnte.“ Wie Klaus Kohlweyer vom Vorstand des Gewerbevereins mitteilt, konnten Verträge zu dieser Zeit noch nicht abgeschlossen werden: „Wir sahen uns erst in der Lage, konkrete Planungen aufzunehmen, nachdem die Corona-Auflagen für Großveranstaltungen durch die Landesregierung Anfang April vollständig wegfielen“, so Kohlweyer. 

Finanzierung der Offenbacher Woche 2022 konnte erst im April gesichert werden

Hinzu kam, dass auch die Finanzierung der Veranstaltung aufgrund immens steigender Kosten und Personalmangels in der Branche erst im April gesichert werden konnte. „Wir haben als Stadt dann zugesichert, die Finanzierung zu unterstützen, damit die Offenbacher Woche im Idealfall doch noch hätte stattfinden können. Das war dann aber nicht mehr möglich, da Verdi signalisiert hatte, auf die fristgerechte Beantragung eines verkaufsoffenen Sonntags zu bestehen“, sagt Schwenke mit Verweis auf die Gespräche mit Verdi, die er selbst geführt hat. Die Stadt Offenbach und die Gewerkschaft Verdi hatten 2019 zwar vereinbart, dass die Gewerkschaft einen einzigen verkaufsoffenen Sonntag im Jahr nicht beklagen wird, sofern dieser aus Anlass der traditionell gut besuchten Offenbacher Woche stattfindet. Verdi hat in jüngsten Gesprächen mit dem Oberbürgermeister deutlich gemacht, dass man zu dieser Abmachung stehe, eine Einhaltung aller gesetzlichen Fristen allerdings erwartet wird. „Da der verkaufsoffene Sonntag insbesondere für die Schausteller und den Einzelhandel enorm wichtig ist, hat sich der Gewerbeverein entschieden, keine Offenbacher Woche ohne verkaufsoffenen Sonntag durchzuführen und die Veranstaltung stattdessen auf 2023 zu verschieben“, so OB Schwenke. Sofern die Pandemie dies dann erlaubt, soll die große Jubiläumsveranstaltung dann aber mit dem geplanten Bühnenprogramm, darunter mit dem unter Vertrag stehenden DJ Ötzi, Anfang Juni 2023 nachgeholt werden.