14 neue Stolpersteine in Offenbach erinnern an weitere Opfer des Nationalsozialismus

Zehn mal zehn Zentimeter groß sind die Messingplatten, die sich auf Gehwegen in zahlreichen Orten Europas und natürlich auch in Offenbach finden lassen. Sie markieren die Leerstellen, die der Nationalsozialismus hinterlassen hat.

Eben jene Häuser, in denen vom NS-Regime verfolgte Menschen lebten, bis sie zur Emigration gezwungen oder deportiert und ermordet wurden. Verfolgt, weil sie Juden, Roma, Sinti, Gewerkschaftler, Kommunisten, Zeugen Jehovas oder körperlich beziehungsweise psychisch eingeschränkt waren. 90.000 solcher Erinnerungsstellen hat Künstler Gunter Demnig seit 1996 europaweit in 1.800 Kommunen verlegt. 200 davon in Offenbach, am Donnerstag, 12. Mai 2022, kamen weitere 14 Steine hinzu. Mit ihnen erinnert die Geschichtswerkstatt an drei jüdische Familien, einen jüdischen Dozenten und eine junge Frau, die wegen ihrer Behinderung in Hadamar ermordet wurde. Demmig begann mit der Verlegung um 9 Uhr vor dem Haus im Engelsgässchen 19 in Bürgel, dann folgten im zeitlichen Abstand von circa 30 bis 45 Minuten die Stolpersteine in der Kaiserstraße 82, Lützowstraße 4, Hermannstraße 35 und Frankfurter Straße 25. Den letzten Stolperstein verlegte Gunter Demnig gegen 12 Uhr an diesem Tag in der Schlossstraße 31 vor der Hochschule für Gestaltung zur Erinnerung an den früheren Dozenten. Bei den Stolpersteinverlegungen in der Kaiserstr. 82 und der Lützowstraße 4 waren auch Angehörige der Opfer anwesend.

Quelle: Stadt Offenbach